Wir organisieren bundesweit Demonstrationen für Menschen mit ME/CFS.
Für bessere Versorgung, mehr Forschung und mehr Aufklärung – und dadurch mehr Kompetenz im Gesundheitssystem.
Rund 620.000 Menschen mit ME/CFS wurden 2023 mindestens einmal in einer kassenärztlichen Praxis behandelt (Kassenärztliche Bundesvereinigung ↗). Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich deutlich höher, da viele Betroffene nicht erkannt oder fehldiagnostiziert werden.
Einschließlich Long COVID gehen aktuelle Analysen von etwa 1,5 Millionen Betroffenen in Deutschland aus (ME/CFS Research Foundation ↗).
Der Unterschied erklärt sich durch die Methodik: Während offizielle Zahlen nur erfasste Diagnosen zählen, berücksichtigen diese Analysen auch nicht-diagnostizierte Fälle und die tatsächliche Verbreitung von Infektionen. Dadurch wird die reale Krankheitslast vollständiger abgebildet.
„#LiegendDemo – also eine Demo im Liegen?“ Ja, genau.
Eine „LiegendDemo“ – also eine „Demonstration im Liegen“ – ist eine Protestform, bei der sich die Teilnehmenden symbolisch auf den Boden legen. Damit machen sie sichtbar, was für viele Menschen mit ME/CFS Alltag ist: massive körperliche Schwäche, extreme Belastungsintoleranz und ein Leben, das sich oft auf das Liegen in reizarmen, abgedunkelten Räumen reduziert.
ME/CFS ist eine schwere Multisystemerkrankung. Etwa ein Viertel der Betroffenen ist schwer erkrankt. Viele können alltägliche Tätigkeiten wie Duschen oder den Gang zur Toilette nicht mehr selbstständig bewältigen. Ein großer Teil ist hausgebunden oder bettlägerig.
Das Kernsymptom ist PEM (Post Exertionelle Malaise) – eine zeitverzögerte, teils lang anhaltende oder dauerhafte Zustandsverschlechterung nach schon geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung.
Hinzu kommen oft starke Schmerzen sowie eine ausgeprägte Reizempfindlichkeit. Licht, Geräusche oder Berührungen können kaum ertragen werden. Viele Betroffene leben deshalb dauerhaft in ruhigen, abgedunkelten Räumen und sind von gesellschaftlicher Teilhabe weitgehend ausgeschlossen.
Die „Demonstration im Liegen“ macht diese Lebensrealität sichtbar und setzt ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen.
Viele Ärztinnen und Ärzte sind bislang unzureichend über ME/CFS informiert. Fehlbehandlungen können die Symptome deutlich verschlimmern und zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden führen.
Gleichzeitig fehlt es auch in der breiten Bevölkerung an Wissen über die Erkrankung. Sachliche Information und Aufklärung sind deshalb notwendig, um Verständnis zu schaffen, Fehlinformationen zu vermeiden und die Situation der Betroffenen sichtbar zu machen.
Die Initiative #LiegendDemo ist ein Zusammenschluss von Menschen mit ME/CFS, Angehörigen sowie Unterstützerinnen und Unterstützern.
Sie wurde im Juli 2022 von Gritt Buggenhagen gegründet, mit dem Ziel, die Erkrankung sichtbarer zu machen und auf die schwierigen Lebensbedingungen der Betroffenen aufmerksam zu machen. Die erste LiegendDemo fand 2023 vor dem Deutschen Bundestag statt und markierte den Beginn eines bundesweiten Protestformats.
Heute wird die Initiative von Gritt Buggenhagen geleitet und in Zusammenarbeit mit Evelyn Fay weitergeführt. Das Team ist über Deutschland und Österreich verteilt und arbeitet überwiegend von zu Hause aus. Viele der Beteiligten sind selbst erkrankt und daher in ihrer Mobilität stark eingeschränkt.
Seit April 2026 ist der ehemalige Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach MdB Schirmherr der Initiative #LiegendDemo.
Mit seinem Engagement unterstreicht er die Wichtigkeit und Dringlichkeit unserer Anliegen. Dies ist ein wichtiger Beitrag, um auf die Lebensrealität von Menschen mit ME/CFS aufmerksam zu machen.
Wir danken Herrn Lauterbach ausdrücklich für seine Schirmherrschaft und die damit verbundene Unterstützung!
Weitere Informationen:
Offizielle Website von Karl Lauterbach

Die Initiative #LiegendDemo organisiert bundesweit Liegend-Demonstrationen als Protestaktion, um die prekäre Situation von Menschen mit ME/CFS sichtbar zu machen und in den öffentlichen Fokus zu rücken.
Am 12.05.23, 11.05.24 und 10.05.25 organisierten wir drei große, zentrale Demos in Berlin. Erst vor dem Bundestag und darauffolgend zweimal auf dem Washingtonplatz.
Am 2024 und 2025 fand die #LiegendDemo bundesweit gleichzeitig bis zu 28 Städten statt. Die Hauptveranstaltung in Berlin wurde live auf YouTube übertragen.
Zusätzlich konnten auch schwer und bettlägerig erkrankte Menschen über ein Zoom-Meeting teilnehmen und die Redebeiträge sowie die Übertragungen aus den Städten live verfolgen. In mehreren Städten wurde die Berliner Veranstaltung vor Ort mitübertragen.
Jede Stadt gestaltete außerdem ein eigenes Programm mit Redebeiträgen, Livestreams und Liegend-Demonstrationen.
Am 8. August, dem Very Severe ME Awareness Day, fanden in den Jahren 2023, 2024 und 2025 Aktionen der #LiegendDemo statt. Der Fokus liegt an diesem Tag auf den schwer- und schwerstbetroffenen Menschen mit ME/CFS, die besonders unsichtbar sind und kaum Möglichkeiten haben, selbst öffentlich für ihre Rechte einzutreten.

Aus der ersten Demonstration, mit dem Titel: „Trauergang“ am 8. August 2023 entwickelte sich ein Demonstrationszyklus, der anschließend von weiteren Städten aufgegriffen wurde. Zwischen Mai 2023 und Mai 2024 fand der Trauergang in 20 Städten statt – darunter auch Wien und Zürich. Obwohl dieser Zyklus ursprünglich zeitlich begrenzt war, wird das Format bis heute immer wieder genutzt, um auf die katastrophalen Lebensbedingungen von Menschen mit ME/CFS aufmerksam zu machen.
Beide Protestformate – die LiegendDemo und der Trauergang – stehen symbolisch für jene Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung ans Haus oder ans Bett gebunden sind und nicht selbst auf die Straße gehen können.

Infostände bauen wir nicht nur auf dem Demos rund um die beiden Aktionstage International ME/CFS Awareness Day (12. Mai) und Very Severe ME Awareness Day (8. August) auf, sondern auch zu anderen Anlässen. Dazu gehörten z. B. der „Tag der Seltenen Erkrankungen“ oder lokalen Events wie städtischen „Inklusionstage“.

Im Frühjahr 2025 organisierte die Initiative #LiegendDemo ergänzend zu den Demonstrationen eine großangelegte Plakat- und Flyeraktion. Ziel war es, über ME/CFS aufzuklären und den politischen Druck zu erhöhen. Dafür entwickelte unser Design-Team verschiedene Motive für Poster und Display-Werbung. Zehntausende Materialien wurden produziert und in über 40 Städten und Regionen bundesweit plakatiert.
Da es bis heute an einer umfassenden öffentlichen Aufklärung fehlt, haben wir diese Initiative selbst ergriffen. Anstatt darauf zu warten, dass zuständige Institutionen handeln, bringen wir das Thema eigenständig in den öffentlichen Raum.
Noch immer wird ME/CFS häufig nicht erkannt oder fälschlich als psychosomatisch eingeordnet. Viele Betroffene erhalten keine angemessene medizinische Versorgung und bleiben ohne Diagnose. Auch im sozialen System fehlt oft das notwendige Verständnis, wodurch wichtige Leistungen wie Pflegegrad oder Grad der Behinderung nicht gewährt werden.
Mit der Plakatkampagne machen wir diese Missstände sichtbar und fordern konkrete Veränderungen.

Wir nutzen eine große Bandbreite von Formaten, um auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen.
Wir demonstrieren weiter, in diesem Jahr u. a. von 9. bis 16.05.2026 in vielen deutschen Städten, anlässlich des International ME/CFS Awareness Day.
Melde Dich gerne bei uns, komm in unser Team! Zum Kontaktformular
Informationsportal für Betroffene, Angehörige und medizinisches Personal:
www.mecfs-info.de
Mehr Info zu ME/CFS:
Deutsche Gesellschaft für ME/CFS unter mecfs.de
Hilfestellung für Betroffene und Angehörige
Fatigatio e.V.und NichtGenesenKids e.V.
Die Abkürzung steht für Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom.
ME/CFS wird als schwere Multisystemerkrankung verstanden, weil mehrere zentrale Körpersysteme gleichzeitig betroffen sind. Neben einer gestörten Energieproduktion zeigen sich Veränderungen im Immun-, Nerven- und autonomen Nervensystem. Das Leitsymptom ist die Belastungsintoleranz (Post-Exertional Malaise), bei der sich alle Symptome, wie Brainfog, Schmerzen, Schlafstörungen Schwindel uvm., nach körperlicher oder geistiger Aktivität deutlich verschlechtern.
Fast alle Betroffenen leiden unter einer körperlichen und geistigen Entkräftung, die nicht durch vorausgegangene Belastung erklärt werden kann.
Diese Erschlagenheit ist rein körperlich bedingt, und nicht psychosomatisch! Die Kombination aus neurologischen, immunologischen und metabolischen Störungen führt bei vielen Betroffenen zu erheblichen funktionellen Einschränkungen.
Meist wird die Krankheit durch Viren (z. B. COVID19, EBV, Influenza) verursacht, aber auch Bakterien, Parasiten, Impfungen, eine instabile Halswirbelsäule, Antibiotika der Gruppe Fluorchinolone und Traumata können ME/CFS auslösen.
PEM bedeutet, dass sich die Symptome nach körperlicher, kognitiver oder emotionaler Belastung deutlich verschlechtern. Diese Verschlechterung tritt häufig zeitverzögert auf und kann Tage, Wochen oder länger anhalten. Selbst geringe Aktivitäten können PEM auslösen – bei manchen Betroffenen kann bereits eine kurze Tätigkeit wie Duschen dazu führen. Typische Folgen sind starke Erschöpfung, Schmerzen, Konzentrationsprobleme und eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustands. PEM gilt als zentrales diagnostisches Merkmal von ME/CFS.
Selbst grundlegende Aktivitäten wie Aufstehen, Duschen, Reize wie Licht und Geräusche oder ein kurzes Gespräch, können zu einer starken Verschlechterung des Zustands führen und zur Verstärkung aller Symptome.
Daher sind viele Erkrankte haus- oder bettgebunden. Schwerbetroffene fühlen sich häufig wie lebendig begraben und von der Gesellschaft im Stich gelassen.
Gleichzeitig sehen Betroffene oft äußerlich gesund aus, sodass ihre Erkrankung von vielen Menschen unterschätzt oder als psychosomatisch abgetan wird.
Dieses Nicht-Ernstnehmen ihrer Symptome und Lebenssituation (Medical Gaslighting) stellt für viele Betroffene eine zusätzliche große Belastung dar.
Während sich gesunde Menschen durch Ruhe oder Schlaf erholen, bleibt die Erschlagenheit und Zustandsverschlechterung durch PEM bei ME/CFS bestehen und kann sich durch Belastung sogar deutlich verschlimmern.
Viele Betroffene sind so schwer beeinträchtigt, dass selbst grundlegende Tätigkeiten wie Aufstehen oder der Gang zur Toilette kaum möglich sind; manche können sich zeitweise kaum noch bewegen.
Zur Veranschaulichung wird oft das Bild eines Akkus verwendet: Gesunde wachen morgens mit einem Akku auf, der zu etwa 100 % geladen ist, und gehen abends mit vielleicht 20 % Restenergie ins Bett.
Menschen mit ME/CFS wachen dagegen oft mit nur etwa 5 % Energie auf und haben am Ende des Tages vielleicht noch 1 % übrig.
Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gab es im Jahr 2023 etwa 620.000 Behandlungsfälle in Deutschland. Das entspricht rund 0,7 % der deutschen Bevölkerung – also etwa 1 von 140 Menschen.
Die Dunkelziffer liegt deutlich höher, weil viele Betroffene durch die Unfähigkeit des Gesundheitsystems falsch diagnostiziert werden.
Betroffen sind meist jüngere Menschen und mehrheitlich Frauen.
60 % sind arbeitsunfähig, 25 % haus- oder bettgebunden. Die leichte Form der Erkrankung ME/CFS bedeutet bereits 50 % Leistungseinbuße.
In der schwersten Form führt ME/CFS zu einem hohen Grad an Behinderung, bis hin zur vollständigen Bettlägerigkeit. Häufig kommen weitere Erkrankungen hinzu.
Dennoch ist die Krankheit in der Öffentlichkeit und im Gesundheitssystem weiterhin wenig bekannt, und viele Betroffene erhalten keine oder erst spät eine korrekte Diagnose oder Unterstützung.
Die Krankheit ist vielen Ärzt*Innen unbekannt und die körperlichen Symptome werden oft fälschlicherweise auf psychosomatische Ursachen zurückgeführt. Daher ist die ärztliche Versorgung mangelhaft. Es gibt in Deutschland nur zwei Anlaufstellen und diese auch nur aufgrund von Spenden. Aktivierung und Rehas führen wegen PEM oft zu bleibender Verschlechterung.
Es fehlt Anerkennung. Anträge auf Sozial- und Versicherungsleistungen werden oft wegen der mangelnden Kenntnis des Schweregrads der Erkrankung abgelehnt.
Es fehlt an Investitionen in die Forschung.
Obwohl es kein einziges, für ME/CFS zugelassenes Medikament gibt, gibt es wenig Forschungsgelder. Die angekündigte „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen ↗“ ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nicht. Seit Jahrzehnten ist die Forschung zu ME/CFS massiv unterfinanziert. Internationale Analysen zeigen, dass Krankheiten mit vergleichbarer oder sogar geringerer Krankheitslast deutlich mehr Forschungsgelder erhalten, während ME/CFS zu den am stärksten unterfinanzierten Krankheiten im Forschungsportfolio gehört. Studien zeigen, dass die Finanzierung von ME/CFS-Forschung nur etwa 7 % dessen beträgt, was angesichts der Krankheitslast zu erwarten wäre.
Letztes Jahr waren wir in fast allen großen Städten vertreten. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.
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Es gibt zwei Wege, an die Initiative #LiegendDemo zu spenden:
2. GoFundMe
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